Titel: Der Bilderwächter
Autorin: Monika Feth
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2013
Kurzbeschreibung: Zwei Jahre lang hat Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn auch Ilka scheint in großer Gefahr zu sein …
Über die Autorin: Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt.
Fazit:
'Der Bilderwächter' ist der sechste Band der Serie rund um Jette Weingärtner. Im Laufe der Bücher sind immer mehr Personen hinzugekommen - meiner Meinung nach hat sich der Schwerpunkt stark verlagert. Merle und Jette stehen nicht mehr so im Mittelpunkt wie zu Anfang, dafür spielen besonders Ilka und Mike eine grössere Rolle, besonders in diesem Buch. Luke und Mina treten hier nur noch am Rand auf, obwohl sie in früheren Bändern Hauptrollen waren.
Das Buch zeichnet sich durch die vielen Figuren auf und dadurch, dass die Erählperspektive sehr rasch wechselt. So ist zwar ein Einblick in viele Personen möglich. In meinem Empfinden wird jedoch zu schnell von einer zur anderen Figur gewechselt und es treten zuviele Figuren in Aktion. Jette beispielsweise wird nur ein sehr geringer Platz im Buch zuteil, dasselbe mit Merle. Obwohl auch um sie ein Handlungsbogen entsteht, wird dieser nicht genug aufgebaut und sie bleiben Randfiguren, deren Hintergrundgeschichte sich kaum um ein Jota weiterbewegt.
Klar positiv zu verzeichnen ist, dass man bis zum Schluss nicht weiss, wer im Endeffekt der Täter war - zumindest ich habe diese Entwicklung nicht kommen sehen. Allerdings empfand ich das Buch nicht wirklich als Thriller, weil einfach keine grosse Spannung aufgekommen ist. Die Mordfälle haben mich schlicht nicht genug interessiert, das Drumherum war interessanter. Und das heisst was, denn ich empfand eben dieses Drumherum als langatmig. Der Schwerpunkt wird auf Ilka und ihren psychischen Zustand gelegt, was verständlich ist, nicht aber meiner Definition von einem Thriller entspricht. Hätte ich dieses Buch aufgegriffen im Glauben, es würde sich um einen Roman über eine labile Person konfrontiert mit alten Geistern handeln, hätte es mir vermutlich mehr zugesagt. So jedoch bin ich enttäuscht und habe mir mehr davon erwartet, auch, weil die anderen Bände um einiges besser geraten sind.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir zwar noch immer, doch langsam fängt er an, mich etwas zu langweilen bzw. wirkt nicht mehr spannend wie bei den ersten Bändern. Die Handlung soll sich bis zum Ende zuspitzen, ich finde jedoch, dass man nicht wirklich von einem Höhepunkt oder wirklich einem Spannungsmoment sprechen kann.
Im Grossen und Ganzen muss ich damit leider sagen, dass 'Der Bilderwächter' mich mehr frustriert hat als sonst etwas. Nach fünf im Schnitt guten Bändern enttäuschst dieser Band - möglicherweise ist die Luft raus. Wer einen interessanten Thriller zur Hand nehmen will, den verweise ich daher auf 'Der Erdbeerpflücker', dem ersten Band der Reihe und rate von diesem Buch dringend ab.
Rating:
2 / 5 Sternen

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