Mittwoch, 19. März 2014

Der Bilderwächter - Monika Feth

Titel: Der Bilderwächter
Autorin: Monika Feth
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2013

Kurzbeschreibung: Zwei Jahre lang hat Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn auch Ilka scheint in großer Gefahr zu sein …
Über die Autorin: Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt.

Fazit:
'Der Bilderwächter' ist der sechste Band der Serie rund um Jette Weingärtner. Im Laufe der Bücher sind immer mehr Personen hinzugekommen - meiner Meinung nach hat sich der Schwerpunkt stark verlagert. Merle und Jette stehen nicht mehr so im Mittelpunkt wie zu Anfang, dafür spielen besonders Ilka und Mike eine grössere Rolle, besonders in diesem Buch. Luke und Mina treten hier nur noch am Rand auf, obwohl sie in früheren Bändern Hauptrollen waren.

Das Buch zeichnet sich durch die vielen Figuren auf und dadurch, dass die Erählperspektive sehr rasch wechselt. So ist zwar ein Einblick in viele Personen möglich. In meinem Empfinden wird jedoch zu schnell von einer zur anderen Figur gewechselt und es treten zuviele Figuren in Aktion. Jette beispielsweise wird nur ein sehr geringer Platz im Buch zuteil, dasselbe mit Merle. Obwohl auch um sie ein Handlungsbogen entsteht, wird dieser nicht genug aufgebaut und sie bleiben Randfiguren, deren Hintergrundgeschichte sich kaum um ein Jota weiterbewegt.
Klar positiv zu verzeichnen ist, dass man bis zum Schluss nicht weiss, wer im Endeffekt der Täter war - zumindest ich habe diese Entwicklung nicht kommen sehen. Allerdings empfand ich das Buch nicht wirklich als Thriller, weil einfach keine grosse Spannung aufgekommen ist. Die Mordfälle haben mich schlicht nicht genug interessiert, das Drumherum war interessanter. Und das heisst was, denn ich empfand eben dieses Drumherum als langatmig. Der Schwerpunkt wird auf Ilka und ihren psychischen Zustand gelegt, was verständlich ist, nicht aber meiner Definition von einem Thriller entspricht. Hätte ich dieses Buch aufgegriffen im Glauben, es würde sich um einen Roman über eine labile Person konfrontiert mit alten Geistern handeln, hätte es mir vermutlich mehr zugesagt. So jedoch bin ich enttäuscht und habe mir mehr davon erwartet, auch, weil die anderen Bände um einiges besser geraten sind.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir zwar noch immer, doch langsam fängt er an, mich etwas zu langweilen bzw. wirkt nicht mehr spannend wie bei den ersten Bändern. Die Handlung soll sich bis zum Ende zuspitzen, ich finde jedoch, dass man nicht wirklich von einem Höhepunkt oder wirklich einem Spannungsmoment sprechen kann.

Im Grossen und Ganzen muss ich damit leider sagen, dass 'Der Bilderwächter' mich mehr frustriert hat als sonst etwas. Nach fünf im Schnitt guten Bändern enttäuschst dieser Band - möglicherweise ist die Luft raus. Wer einen interessanten Thriller zur Hand nehmen will, den verweise ich daher auf 'Der Erdbeerpflücker', dem ersten Band der Reihe und rate von diesem Buch dringend ab.

Rating:
2 / 5 Sternen

Dienstag, 18. März 2014

Das Hochzeitsversprechen - Sophie Kinsella


Titel: Das Hochzeitsversprechen
Autor: Sophie Kinsella
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2013

Kurzbeschreibung: Nach der jüngsten Enttäuschung hat Lottie endgültig die Nase voll von bindungsunfähigen Männern. Als sich da plötzlich Ben meldet, eine alte Flamme von ihr, geht alles ganz schnell. Denn Ben erinnert Lottie an einen vor Jahren geschlossenen Pakt, wonach die beiden einander heiraten wollten, sollten sie mit dreißig noch single sein. Lottie zögert nicht lange und marschiert kurzentschlossen mit Ben zum Altar. Von dort geht es geradewegs in die Flitterwochen auf Ikonos, jene griechische Insel, auf der sie sich einst kennengelernt hatten. Freunde und Familien der beiden sind entsetzt. Und schließlich machen sich Lotties Schwester Fliss und Bens Freund Lorcan auf nach Ikonos, um Honeymoon und Hochzeitsnacht nach Kräften zu sabotieren ...
Über die Autorin: Sophie Kinsella ist Schriftstellerin und ehemalige Wirtschaftsjournalistin. Ihre Schnäppchenjägerin-Romane um die liebenswerte Chaotin Rebecca Bloomwood werden von einem Millionenpublikum verschlungen. Die Verfilmung ihres Bestsellers »Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin« wurde zum internationalen Kinohit. Sophie Kinsella eroberte die Bestsellerlisten aber auch mit Romanen wie »Göttin in Gummistiefeln«, »Kennen wir uns nicht?«, »Kein Kuss unter dieser Nummer« oder mit ihren unter dem Namen Madeleine Wickham verfassten Romanen im Sturm. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in London.

Fazit: Seitdem ich vor einigen Jahren Shopaholic von der Autorin gelesen habe, bin ich ein grosser Fan von ihr. auch die Folgebände und ihre anderen Bücher haben mir sehr zugesagt, wie etwa 'Kennen wir ns nicht?' oder 'Göttin in Gummistiefeln'. Ihr letztes Buch jedoch, 'Kein Kuss unter dieser Nummer', hat mir um einiges weniger gefallen. Was bei den anderen Büchern noch witzig und unterhaltsam war, wirkte da gestellt und umauthentisch. Demnach bin ich mit gemischten Gefühlen an dieses Buch gegangen.

Die Story selber hat wahrlich Sophie-Kinsella-Charakter - natürlich ist sie absolut unrealistisch und würde sich so nie abspielen, aber das stört hier zumindest mich nicht im Geringsten. Sie ist mehr oder weniger glaubhaft aufgezogen, so dass man nicht daran zweifelt. Nach etwa 150 Seiten geht das Ganze richtig los, nachdem Lottie und Ben völlig übereilt heiraten und in die Flitterwochen fahren und das Theater beginnt, dass Floss alles daran setzt, um ihre Hochzeitsnacht zu verhindern. Diese steckt selber mitten in einer schmerzlichen Scheidung und will ihrer Schwester diese Erfahrung ersparen - ist die Ehe nicht vollzogen, kann man sie noch annullieren, worauf Floss baut, denn sie ist sich sicher, dass ihre Schwester schnell wieder zur Räson kommen wird.

Der Schreibstil ist sehr unterhaltsam. Durch die Personenwechsel ist ein Einblick in jede Figur gegeben und man erkennt die Hintergründe der Taten. Die Figuren entwickeln sich während des Buches weiter, was mir sehr gefällt. Gegen Ende des Buches gehen die Wechsel für meinen Geschmack etwas zu schnell vonstatten, es wird mehr auf Unterhaltung und Lachmomente gesetzt als nötig. Teilweise hat es auch einige Momente, an denen ich die Augen verdrehen musste, weil es etwas zu sehr ins Lächerliche ausuferte, diese hielten sich jedoch in Grenzen. Besonders, wenn man die Thematik des Buches betrachtet!

Grundsätzlich bin ich zufrieden mit Sophie Kinsellas neustem Werk - die Fans des Genres wird es gefallen. Natürlich ist es nur seichte Unterhaltung, allerdings schaltet man beim Lesen komplett ab und fiebert richtig mit. Es ist schwer, das Buch einmal angefangen aus der Hand zu lesen und man kann es problemlos in einem Tag und praktisch einem Zug fertiglesen. Sehr gut geeignet für Zugfahrten, Fans romantischer Komödien und denen, die schlicht etwas zum Schmunzeln und Grinsen möchten. Das Feeling ist überraschend gut und der Spass beim Lesen kommt nicht zu kurz, allerdings hat es kaum Erinnerungscharakter und ist schnell wieder vergessen.

Rating: 
3,5 / 5 Sternen